Martin Fourcade und Sandrine Bailly zu Simon-Affäre: "Andere Teams wären daran zerbrochen" und Lob für Braisaz-Bouchet

Am Wochenende starten die Biathleten in ihre Weltcup-Saison. Mit dabei sind dann natürlich auch die Französinnen, die als große Favoritinnen in den Winter gehen. Allerdings trübten die Kreditkartenaffäre um Julia Simon und der angebliche Manipulationsverdacht um Jeanne Richard die Stimmung im Team. Nun äußerte sich Superstar Martin Fourcade und Eurosport-Expertin Sandrine Bailly zu den Umständen.

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Quelle: Eurosport

Fourcade, der siebenmal hintereinander den Gesamtweltcup gewann und zu den erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten gehört, äußerte sich im Rahmen eines öffentlichen Events in Tignes (FRA) zum Zustand des französischen Biathlon-Teams.
"Die Situation ist nicht einfach, ich werde mich nicht herausreden", sagte der 37-Jährige in dieser Woche bei der Veranstaltung "Les Étoiles du Sport".
Es sei eine Lage, "die das französische Biathlon der Frauen und das französischen Biathlon im Allgemeinen belastet, weil sie sich schon viel zu lange auf die gesamte Gruppe auswirkt", so Fourcade.
Zum Hintergrund: Top-Athletin Julia Simon wurde im Oktober zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie unerlaubterweise mit der Kreditkarte ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet Einkäufe getätigt hatte.
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Martin Fourcade und Justine Braisaz-Bouchet bei der Biathlon-WM 2018

Fotocredit: Getty Images

In der Folge wurde Simon vom französischen Verband für die Auftaktrennen in Östersund gesperrt, wird im Anschluss an die Wettkämpfe in Schweden allerdings in die Mannschaft zurückkehren.

Fourcade lobt französische Biathletinnen

Für den Umgang mit dieser schwierigen Situation fand der sechsmalige Olympiasieger Fourcade nur lobende Worte: "Ich finde, dass die Gruppe trotz all dieser Erschütterungen ihre Einheit bewahrt hat."
"Viele Teams", so Fourcade weiter, wären "daran zerbrochen". Den Französinnen aber sei es "gelungen, professionell und menschlich zu bleiben. Das ist ziemlich erstaunlich."
Am meisten beeindruckt hat dabei Simons "Opfer" Braisaz-Bouchet. Schon in der vergangenen Saison, als der Skandal bereits an die Öffentlichkeit gedrungen war, hatte die Massenstart-Olympiasiegerin an der Seite von Simon Staffel-Gold bei der WM in Nove Mesto geholt. Von Querelen im Team ließ sie sich nie etwas anmerken.
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Julia Simon, Justine Braisaz-Bouchet, Oceane Michelon und Lou Jeanmonnot feierten noch im Februar einen gemeinsamen WM-Erfolg.

Fotocredit: Getty Images

In einem Interview während des Trainingslagers der Nationalmannschaft hatte sie sich erneut zu der Affäre geäußert. Sie "respektiere die Athletin" Simon und wolle sich auf den Sport konzentrieren: "Wie schon seit zwei Jahren gebe ich mein Bestes, um zwischen dem Sport und allem, was außerhalb des Sports liegt, zu unterscheiden."

"Justine geht aus dieser Geschichte gestärkt hervor"

Grund genug für Ex-Weltmeisterin Sandrine Bailly, die 29-Jährige in den höchsten Tönen zu loben. Die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin und heutige Eurosport-Expertin bewundert "Justine aufrichtig".
"In dieser Geschichte ist sie das Opfer", sagte Bailly weiter. "Ich ziehe meinen Hut vor ihr. Justine geht aus dieser Geschichte gestärkt hervor. Sie schafft es, sich auf den Sport zu konzentrieren."
Bleibt abzuwarten, wie sich die Französinnen in diesem Olympia-Winter tatsächlich präsentieren werden. Einen ersten Hinweis darauf wird es bereits am Samstag geben. Dann wird die neue Weltcup-Saison eröffnet - ausgerechnet mit dem Staffelrennen der Frauen (ab 13:10 Uhr live auf Eurosport und discovery+).
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Quelle: Eurosport


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