F1-GP Italien: Kimi Antonelli schreibt Geschichte in Monza - Mercedes-Youngster fährt von Platz 19 zum Sieg

Eurosport bei Google

Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Italien gewonnen und in Monza triumphiert. Der WM-Führende war im Mercedes nicht zu schlagen und setzte sich vor George Russell (England) im zweiten Silberpfeil sowie Max Verstappen (Niederlande/Red Bull) durch. Er ist der erste Italiener seit 60 Jahren, der das Heimrennen gewinnt. Der von Platz 19 ins Rennen gestartete Antonelli baute die WM-Führung aus.

35 Jahre Schumi-Debüt: Der Aufstieg zur F1-Legende

Quelle: Perform

Kimi Antonelli legte die Hand aufs Herz, mit Zehntausenden Landsleuten schmetterte er die italienische Hymne. Der Mercedes-Jungstar hatte Monza gerade einen sensationellen, historischen Heimsieg geschenkt - und damit auch das Totalversagen von Ferrari in Italien überstrahlt.
"Ein Traum ist wahr geworden", sagte der 20-Jährige, "das war unvorstellbar, aber wir haben es geschafft." Von Rang 19 war er zum Sieg gerast und hatte damit die zweitgrößte Aufholjagd in der Geschichte der Formel 1 hingelegt. "Fantastisch und so verdient" sei das gewesen, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, "du bist unser italienischer Held."
Als erster Italiener seit 60 Jahren gewann Antonelli in Monza. Einen weiteren Weg vom Startplatz bis zum Sieg hatte in der Formel 1 bislang zudem erst einer hingelegt: 1983 fuhr John Watson in den USA von Rang 22 nach ganz vorne. Antonelli gewann letztlich vor seinem Teamkollegen George Russell und Max Verstappen im Red Bull.
In der WM-Wertung baute er seinen Vorsprung deutlich aus, 66 Punkte trennen ihn nun bereits von Russell - der Engländer musste zudem die Demütigung ertragen, trotz Startplatz zwei letztlich hinter seinem jungen Teamrivalen zu landen. Hamilton belegte letztlich Platz sechs und hat bereits 76 Zähler Rückstand. Nico Hülkenberg im Audi verpasste als Zwölfter die Punkteränge.

Schwerer Crash von Leclerc

Es war ein brutaler Absturz für Ferrari, das Team hatte sich einiges vorgenommen, trotz des eher ernüchternden Qualifyings starteten Leclerc und Hamilton von den Plätzen drei und vier. Und die Scuderia baute auf die zuletzt stets starke Rennform. Doch in den wenigen Minuten nach dem Start platzten alle Träume vom Heimsieg. Hamilton attackierte Leclerc schon in der ersten Schikane, dabei geriet der Rekordweltmeister in den Kies und verlor gleich einige Positionen.
"Charles hat mich abgedrängt!", funkte Hamilton an die Box, doch die Rennleitung prüfte den Vorfall und sah kein Fehlverhalten. Dem Engländer war schlicht die Strecke ausgegangen.
picture

Charles Leclerc fliegt in der Parabolica ab

Fotocredit: Getty Images

Hamilton lag nun bloß auf Rang zehn, Leclerc machte sich bereit für den Angriff auf die Spitze - doch schon am Ende der zweiten Runde verlor er in der schnellen Parabolica die Kontrolle über den SF-26, schlug hart in die Reifenstapel, das Rennen war gelaufen.
Leclerc stieg aus dem Auto, saß anschließend minutenlang auf der Wiese, wirkte benommen. Das Medical Car holte den Monegassen ab, wenig später lief er aber äußerlich unbeeinträchtigt durch das Fahrerlager.

Beeindruckende Aufholjagd von Antonelli

Gut eine halbe Stunde dauerte es, bis die Barrieren wieder hergestellt waren, das Feld startete stehend - mit Russell an der Spitze, der Mercedes-Pilot war nach dem ersten Start wie erwartet schnell an Pierre Gasly vorbeigekommen. Der Sensations-Pole-Setter wehrte sich, war im Alpine gegen die Großen aber unterlegen.
picture

Charles Leclerc nach dem Unfall

Fotocredit: Getty Images

In all dem Durcheinander war derweil Antonelli schon weit nach vorne gekommen, von Startplatz 19 auf Position zwölf - Titelrivale Hamilton war als Achter gar nicht mehr weit weg. Als es weiterging, rasten beide zunächst fast im Gleichflug nach vorne, Hamilton kam bis auf Rang drei vor, stagnierte dann aber.
Antonelli dagegen überholte einfach immer weiter, nach zwölf Runden war er vorbei an Hamilton und machte sich nun an den Angriff auf Russell, seinen anderen Titelrivalen - in Runde 18 ging er vorbei.

Antonelli trotz Ausrutscher vorne

Beide lieferten sich nun allerdings ein enges Duell, Russell setzte sich wieder an die Spitze. Wenig später sorgte das Aus von Aston-Martin-Pilot Lance Stroll für ein Virtuelles Safety Car, das ganze Feld musste langsamer fahren, und Antonelli nutzte dies für seinen Stopp - anders als etwa Russell und Hamilton.
Damit fiel er zwar zunächst zurück, war aber dann deutlich schneller als die Konkurrenz und tauchte schon bald wieder in Hamiltons Rückspiegel auf. Gut 20 Runden vor Schluss ging Antonelli vorbei, Hamilton war noch immer nicht an der Box und klagte im Funk über seine "furchtbaren" Reifen.
Antonelli jagte nun Russell, rutschte beim ersten Versuch noch selbst in den Kies - schnappte sich den Gegner dann aber drei Runden vor Schluss.
(SID)
picture

Sonderlackierung: Ferrari ehrt Schumacher bei Formel-1-Rennen in Monza

Quelle: SID


Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen